Tano zeigt sich erstmals den Besuchern – Wilhelma Stuttgart

von redaktion

Seit 14. November ist der Gorillajunge Tano aus Prag in der Aufzuchtstation der Wilhelma,
jetzt hat er seine Quarantänezeit erfolgreich beendet. Daher wird er nun auch für die Besucher
zeitweilig zu sehen sein. Gelegenheiten dazu bieten sich ab 8.12. täglich zwischen 11.30 Uhr
und 12 Uhr sowie während der Fütterungen, für die es allerdings keinen festen Zeitplan gibt.
Immer wenn Tano hungrig ist und sein Fläschchen bekommt, können die Besucher künftig daran
teilhaben. Dies kann zwei bis drei Mal während der Öffnungszeit des Aufzuchthauses (9 Uhr bis 16.45
Uhr) der Fall sein, findet in einem der Schaugehege statt und dauert rund eine Viertelstunde. Feste
Zeiten lassen sich dafür nicht angeben, alles richtet sich nach Tanos Rhythmus. Daher wurde
zusätzlich ein fester Termin eingerichtet, an dem sich eine Pflegerin mit dem Gorillababy auf jeden
Fall im Schaugehege aufhalten wird: täglich zwischen 11.30 und 12 Uhr. Allerdings kann es
passieren, dass die Besucher Tano das eine oder andere Mal dann nur schlafend antreffen.

Seit rund drei Wochen wird Tano von mittlerweile drei Ersatzmüttern, den Pflegerinnen Bea
Jarczewski, Margot Federer und Thali Bauer, rund um die Uhr in Wechselschicht umsorgt. Das derzeit
Wichtigste im Leben des Affensäuglings: viel Schlaf, Wärme, Körperkontakt, Kuscheln und Ansprache
sowie natürlich das Milchfläschchen, wann immer der Hunger plagt. Seit seiner Ankunft hat Tano rund
800 Gramm zugelegt, etwa 3300 Gramm bringt er mittlerweile auf die Waage. Überhaupt sei Tano
sehr fit und kräftig für sein Alter, finden seine Pflegemütter. „Den Kopf kann er bereits seit über zwei
Wochen allein halten, auch das Sitzen geht mit ein wenig Hilfe schon recht gut und inzwischen zieht
er sich sogar für kurze Momente auf die Füße“, berichtet Margot Federer. „Ein Menschenbaby wäre in
dem Alter dazu längst nicht in der Lage.“ Dafür plagt Tano auch bereits das, was bei
Menschensäuglingen „Dreimonatskoliken“ genannt wird. Treten sie auf, tragen die Pflegerinnen den
Kleinen beruhigend umher und helfen mit kleinen Massagen, die Milchnahrung leichter zu verdauen.
Tano ist das 59. Gorillakind, das in der Wilhelma von Hand aufgezogen wird, und momentan der
einzige Zögling in der Aufzuchtstation, die als Kindergarten für verwaiste oder nicht angenommene
Gorillababys aus ganz Europa dient. Doch sollten von Hand aufgezogene Menschenaffen so früh wie
möglich den Kontakt zu Artgenossen bekommen. Sofern also kein weiteres Gorillakind in die Station
kommt, wird Tano baldmöglichst in die Nähe seiner Verwandten im Menschenaffenhaus umziehen.
Dort kann er Sicht- und Schnupperkontakt zu Mitgliedern der Gorillafamilie aufnehmen und wird
außerdem auf die zweijährige Claudia treffen, die in die Familie integriert wird, sofern Kibo sie als
neues Mitglied akzeptiert. Die Bedingungen für solche Zusammenkünfte werden in der neuen
Menschenaffenanlage deutlich besser sein: Da die Aufzuchtstation dort direkt neben dem Gehege der
Gorillagruppe liegen wird, können die Handaufzuchten von Anfang ihre Verwandten beobachten und
arttypische Verhaltensweisen lernen. Abgesehen davon, dass das neue Haus auch den Besuchern
bessere Einblicke in diese Vorgänge ermöglichen wird.
Neues zu Tano gibt es bereits seit seiner Ankunft regelmäßig unter www.wilhelma.de in den
„Ereignistagebüchern“ zur Gorillakinderstube. Hier wird die Wilhelma auch zeitnah informieren, falls
die Orte und Zeitpunkte, an denen Tano zu sehen ist, geändert oder erweitert werden.

Schreibe einen Kommentar