Mach deinen Abschluß – Fachkräfte werden händeringend gesucht

von redaktion

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland sieht neben der Schuldenkrise im Fachkräftemangel eines der größten Risiken für die eigene wirtschaftliche Entwicklung. Das geht aus einer Arbeitsmarkt-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor.
Zu Jahresbeginn 2010 hatten laut DIHK nur halb so viele Unternehmen dies als gravierendes Problem genannt. Besonders betroffen sind die Bauwirtschaft, wo sogar 44 % der Firmen sich Sorgen um die Spezialisten machen, sowie die Dienstleister (37 %).

 Die Unternehmen in Deutschland sind zunehmend von Fachkräfteengpässen betroffen. Das belegt der Arbeitsmarktreport 2011 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

“Gute Mitarbeiter werden händeringend gesucht”, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks, als er in Berlin die Ergebnisse der Umfrage “Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Fachkräftesicherung” vorstellte.

37 Prozent der Betriebe könnten offene Stellen zwei Monate oder länger nicht besetzen, das entspreche rund 1,3 Millionen Arbeitsplätzen, berichtete Dercks. Betroffen seien vor allem technikorientierte Branchen wie Fahrzeugbau und Elektrotechnik, aber auch die Gesundheitswirtschaft.

Gerade die Pkw-Produktion erreichte ja in Deutschland im Gesamtjahr 2011 mit nahezu 5,9 Mio. Pkw ebenfalls einen neuen Höchststand. Im Gesamtjahr 2011 erreichten die deutschen Hersteller ein Ausfuhrvolumen von mehr als 4,5 Mio. Pkw (+7 Prozent). Damit wurde der dramatische Rückgang aus dem Jahr 2009 binnen zwei Jahren aufgeholt und ein neuer Höchststand erzielt. Dies sollte auch zu einer starken Nachfrage nach Fachkräften in der Automobil Region Stuttgart führen.

Und die Betriebe reagieren: Wie die DIHK-Auswertung von mehr als 20.000 Unternehmensantworten zeigt, will mittlerweile fast jeder dritte Betrieb (31 Prozent) Fachkräfte gewinnen und halten, indem er seine Attraktivität als Arbeitgeber erhöht. Neben Aspekten wie Arbeitsplatzqualität, Karrierechancen und Eigenverantwortung spielt auch die Bezahlung der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. “Der Vorwurf, Betriebe würden über Fachkräftemangel klagen, wären aber nicht bereit, knappe Experten besser zu bezahlen, wird damit widerlegt”, betonte Dercks.

Als Instrument, um Fachkräfte – insbesondere Frauen – anzusprechen und zu halten, hat der Umfrage zufolge der Ausbau der Vereinbarkeit von Familie und Beruf am stärksten an Bedeutung gewonnen. Aber auch die Beschäftigung Älterer bietet ein großes Potenzial, und mancher Betrieb fasst eine Ausweitung der Arbeitszeit ins Auge.

Den Spitzenplatz im Kampf gegen den Fachkräftemangel belegen jedoch Aus- und Weiterbildung: Hier sieht rund jedes zweite Unternehmen Ansatzmöglichkeiten; auch wenn die Betriebe zunehmend Schwierigkeiten haben, geeignete Azubis zu finden.

Entsprechend besteht aus Sicht der Wirtschaft der größte politische Handlungsbedarf im Bereich Bildung und Schule: Zwei Drittel der Befragten fordern eine bessere Qualifikation der Schulabgänger als wesentliche Bedingung für die Fachkräftesicherung.

Immerhin 36 Prozent der Betriebe wünschen sich eine bessere Vermittlung seitens der Arbeitsagenturen; 33 Prozent sehen im Ausbau der Kinderbetreuung einen wichtigen Schritt. Und auch die Zuwanderung gehört in ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Fachkräftesicherung: 17 Prozent der Unternehmen fordern eine Erleichterung bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte.

[Quelle: DIHK, VDA ] [ Stellenangebote bei Bosch ] [ Jobs bei Porsche ] [ Jobs bei Daimler ] [ Trumpf als Arbeitgeber ] [ Jobs bei Festo ] [ Ausbildungsplätze im Raum Stuttgart, Arbeitsagentur ] [ DIHK Arbeitsmarktreport – PDF  ]

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