Veni vidi vici?

von cindyw

Die Politikbegeisterten unter uns haben lange darauf gewartet und endlich ist es soweit!
Wir starten in das Superwahljahr 2012 und es wird sicherlich sehr spannend und viele Überraschungen parat haben.

Am 4. März 2012 geht es los mit den Präsidentschaftswahlen in Russland. Es kandidieren Putin und … und … Naja, so genau weiß das keiner eigentlich. Klar ist, dass Vladimir Putin als Repräsentant der Partei „Einiges Russland“ antreten wird. Interessant ist, dass sein Vorgänger selbst, Dmitri Medwedew, ihn vorgeschlagen hat,  obwohl dieser lediglich eine Legislaturperiode lang Präsident war.
Doch nach dem legendären Ämtertausch hat Putin wieder freie Bahn für eine erneute Amtszeit,  die dieses Mal sechs Jahre dauern würde. Im besten (schlimmsten) Falle würde Putin somit bis 2024 (sprich: für weitere zwei Amtszeiten) im Amt bleiben und somit im Alter von 72 Jahren insgesamt 20 Jahre lang Präsident gewesen sein (von 2000-2008 und nach einer Pause wieder von 2012-2024).
Die restlichen möglichen Kandidaten sind kaum bekannt und sie stehen auch noch nicht offiziell fest. Fest steht allerdings, dass manchen Kandidaten die Kandidatur verweigert wurde.
Es verspricht spannend zu werden, vor allem seitdem die Russen ihren politischen Tiefschlaf beendet haben und sich nun mehr an dem politischen Leben ihres Landes beteiligen.

Am 22. April 2012 blickt die ganze Welt nach Paris auf die Grande Nation, denn auch hier finden die Präsidentschaftswahlen statt. Obwohl Monsieur Sarkozy sich in der Euro- Schuldenkrise souverän verhält,  brodelt es jedoch in der Innenpolitik Frankreichs. Arbeitslosigkeit, Wut in den banlieues (Vorstädte) und so manche Rede Sarkozys, die „pas du tout“ angebracht war, werfen kein gutes Licht auf Nicolas Sarkozy. Manche Franzosen nennen ihn gar „Napoléon“. Neben Sarkozys Partei, der UMP (Union pour un mouvement populaire) kandidiert auch Francois Hollande, für die Parti Socialiste, kurz PS also die Sozialisten. Die zweitgrößte Partei Frankreichs nach der UMP will sich für einen langsamen Rückzug aus der Atomenergie einsetzen und den Anteil des französischen Atomstroms von 75 auf lediglich 50% reduzieren. Oh là là, das klingt nach spannenden Wahlen in Frankreich! Hollande sollte sich aber nicht zu früh freuen, wer weiß, wie sich die Euro Schuldenkrise noch weiter entwickelt und möglicherweise wird Nicolas Sarkozy als Retter der Eurozone gefeiert werden …

Als wäre die Welt nicht schon mit den Wahlen in Russland und Frankreich genug beschäftigt,  legt das Superwahljahr 2012 einen drauf und die Aufmerksamkeit richtet sich  voll und ganz am 6. November bzw. am 17. Dezember nach Washington D.C. Insbesondere am 17. Dezember (Wahlmänner geben Stimmen ab) wird sich zeigen, ob Obama mit seinem Slogan „Change“ eine zweite Möglichkeit erhält, die Scherbenhaufen seines Vorgängers zu beseitigen und das Land aus der wirtschaftlichen Misere zu retten. Mittlerweile laufen noch die Vorwahlen für den Gegner Obamas auf Seiten der Republikaner. Hier jagt ein Konservativer den anderen und man hat nicht den Eindruck, dass die Kandidaten tatsächlich derselben Partei angehören. Klar ist, dass die Republikaner langsam anfangen müssen zusammenzuarbeiten anstatt sich gegenseitig in den Dreck zu ziehen, wenn sie es tatsächlich mit Obama aufnehmen wollen. Doch wir können nur abwarten und uns bereits auf den Showdown Obama vs. Republikaner freuen.
Es wird also sehr spannend und nun heißt es: Let’s get ready to rumble!

 

 

 

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