Die Hoffnung stirbt zuletzt …

von cindyw

Fassungslosigkeit. Entsetzen.
Zar Putin hat es wieder einmal geschafft. Im ersten Wahlgang erreichte er 63,7% der Stimmen, somit wird es nicht zu einer Stichwahl kommen. Darauf hatte die Opposition noch bis zuletzt gehofft.
Es fanden erneut Wahlmanipulationen statt. Einige Wähler wurden in Bussen zu mehreren Wahllokalen gebracht, um mehrmals zu wählen. Anhängern der Opposition wurde teilweise gar der Zugang zu den Wahllokalen verwehrt.

Wie kann es sein, dass Putin in Tschetschenien 99% der Stimmen erhalten hat? Diese Region ist sehr muslimisch geprägt, einige wünschen sich die Unabhängigkeit. Diese Unabhängigkeitsgedanken wurden stets von Putin niedergeschlagen. Er bezeichnete die Tschetschenen immer als „Terroristen“. Wie können nun diese „Terroristen“ fast einstimmig für ihn stimmen?

Es war natürlich klar, dass er die Mehrheit der Stimmen erhalten würde. Traurig ist aber, dass die Anhänger Putins es immer noch für nötig hielten, die Wahlen zu manipulieren. Das Ergebnis sollte so eindeutig wie möglich werden, damit bloß niemand am Willen des Volks zweifeln kann.

Das Volk hat gesprochen und die Mehrheit wünscht sich den starken Putin, der Stabilität gewährleisten soll. Klar ist aber, dass ein „wind of change“ in den großen Städten Russlands spürbar ist. Die Menschen sind hellhörig und kritischer geworden, Putin wird es nicht leicht haben. Er wird nun nicht mehr skrupellos sämtliche Gesetze durchpeitschen können, ohne Rücksicht zu nehmen. Die Proteste werden weitergehen, koste es was es wolle.

Immerhin: Medwedjew kündigte an, den Fall Chodorowski nochmals aufrollen zu lassen. Die Rechtsstaatlichkeit lässt grüßen! Wer weiß, vielleicht wird es dem Putin-Clan nun klar, dass äußerste Vorsicht geboten ist und der Regierungsstil im Kreml sich an das Volk anpassen muss.

Schluss mit Willkür, Korruption und Skrupellosigkeit?
Es bleibt nur zu hoffen und weiterhin die Augen offen zu halten.

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