Noch lang nicht ausgestrahlt …

von cindyw

Eine Strahlungsmenge von 500 bis 1000 Billiarden Becquerel, hochradioaktives Wasser, eine Sperrzone von 20 bis 30 Kilometern, zirka 100.000 Menschen, die evakuiert werden mussten.

Zum Jahrestag des GAUs des AKW Fukushima-Daiichi trafen sich über 5.000 Menschen in Neckarwestheim, um der Opfer der Katastrophe in Japan zu gedenken und gegen Atomkraft zu demonstrieren.

Bei gefühlten eisigen Temperaturen bewegte sich die Menschenmasse zu Fuß vom Bahnhof in Kirchheim/Neckar  zum Kernkraftwerk Neckarwestheim. Begleitet wurde der Demonstrationszug von der Trommelgruppe „Lokomotive Stuttgart“. Nachdem Neckarwestheim 1 letztes Jahr vom Netz genommen wurde, soll Neckarwestheim 2 noch weiterhin am Netz bleiben. Mit seinen gerade einmal 30 Kilometern bis Stuttgart könnte aus Stuttgart bei einem GAU eine Geisterstadt werden, 850.000 Menschen leben im 20-Kilometer-Radius um Neckarwestheim.

 

 

Trotz der Kälte war die Stimmung dennoch ausgelassen. Wie immer waren viele Demonstranten sehr kreativ, es waren viele Plakate und Banner zu sehen. „Besser strahlende Sonne als strömender Regen“ oder „Ihr geht mit der Welt um als hättet ihr eine zweite im Keller“ war auf einigen Plakaten zu lesen. Ab einer Brücke, die sich auf der Hälfte der Strecke befand, wurde geschwiegen – in Gedenken an die Opfer von Fukushima. Es war lediglich eine Trommel zu hören, welche einen dumpfen Schlag von sich gab.

 

Die Stimmung war sehr emotional und nachdenklich. Doch auch die Redner hatten einiges zu bieten, es war beispielsweise der japanische Physiker Koji Mochizuki anwesend, der von der momentanen Situation in Japan berichtete.

Eins wurde klar: Die Demonstranten sind wütend. Wütend über die schleppende Energiewende, wütend über Heuchelei, wütend über Merkel, Röttgen und Rösler. Die Parolen “abwählen, abwählen!” wurden des öfteren im Sprechchor verwendet.

Die Kanzlerin stoppte die Förderung der erneuerbaren Energien, denn diese könnten einen weitaus höheren prozentualen Anteil haben, wenn Frau Merkel dies nicht verhindern würde. Denn so manch einer der Redner war davon überzeugt, dass Merkel das Thema Atomkraft nur weiter verschieben wolle und eventuell gar über einen erneuten Ausstieg aus dem Ausstieg nachdenke.

Das Ergebnis der Demonstration war offensichtlich: Wir geben nicht auf! Denn selbst wenn es noch Jahre dauern sollte, der Protest soll nicht abnehmen! Es wird weiter gegen Atomkraft gekämpft werden, denn Fukushima und Tschernobyl sollen niemals in Vergessenheit geraten.

© Bildmaterial: cindyw

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