Apple kämpft gegen Trojaner

von redaktion

Nach der bisher schwersten Trojaner-Attacke auf seine Mac-Computer arbeitet Apple selbst an einem Gegenmittel. “Apple entwickelt Software, die die Flashback-Schadsoftware entdecken und entfernen wird , teilte das Unternehmen mit.

Vor einigen Jahren machte sich Apple in der Werbung noch über virenverseuchte Windows-PCs lustig. Jetzt kämpft man in Cupertino selbst gegen Trojaner. Man arbeite derzeit an einer Software, die den Trojaner aufspüren und entfernen soll, so Apple in einem Support-Dokument auf der Firmenwebsite. Außerdem versuche man, das hinter dem Virus stehende Netzwerk auszuschalten.

Nach Daten von Sicherheitssoftware-Anbietern wurden weltweit mehr als 600.000 Apple-Rechner mit dem Flashback-Trojaner infiziert. Die mit seiner Hilfe gekaperten Computer schließen sich zu einem sogenannten Botnet zusammen, über das zum Beispiel Spam-Nachrichten verbreitet werden können.

Flashback nutzt eine Sicherheitslücke in Java, um sich selbst auf Macs zu installieren. Die Schadsoftware gibt sich als Aktualisierung des Adobe Flash Players aus. Das kam mir auf meinem PC auch schon mal verdächtig vor.

Um die Installation zu verhindern, hat Apple vor einer Woche ein Sicherheitsupdate für OS-X veröffentlicht. Reichlich spät allerdings, Oracle hat das Java-Problem schon Mitte Februar behoben, Java-Updates für den Mac werden allerdings ausschließlich von Apple bereitgestellt.

Das Update hilft nichts, wenn der Mac schon infiziert ist. Um das zu überprüfen, bieten Dr. Web und Kaspersky einen Online-Scan an. Wird der fündig, muss der Trojaner manuell beseitigt werden. Kaspersky stellt dafür ein Flashback Removal Tool zur Verfügung. Eine Anleitung zur Flashback-Entfernung gibt es auch bei F-Secure. Absolute Sicherheit können die Entfernungstools bislang nicht geben, denn der Trojaner hat eine Nachlade-Funktion: Wer ganz sicher sein möchte, dass Flashback endgültig vom Mac getilgt wird, der muss das komplette Betriebssystem neu installieren. Wann Apple sein Säuberungs-Tool fertigstellen wird, ist unbekannt.

 

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