Vater – des Spiele Computers C64 – ist gestorben – Daddy of the Commodore Bits

von redaktion

Der “Vater” des legendären C64, Jack Tramiel, ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren in Kalifornien.

Zunächst handelte Jack mit gebrauchten Schreib- oder oder Büromaschinen, die er aus importierten Teilen zusammenbaute. Den Einstieg in die Computerindustrie unternahm der Büromaschinen-Mechaniker mit einfachen Taschenrechnern. Einen Platz in den Geschichtsbüchern der Computerwelt eroberte sich Tramiel mit dem C64, von seinen Besitzern liebevoll “Brotkasten” genannt. Er verkaufte sich insgesamt 30 Millionen Mal – bis heute ein Rekord.

In Deutschland handelten Computerfirmen wie Vobis oder Schmitt Computersysteme schon sehr früh mit den Systemen von Commodore oder Atari und waren in diesen ersten Jahren sehr erfolgreich. Für kurze Zeit, denn Spielecomputer waren damals nicht so richtig der Hit ! Der “Schlitz” rechts am Commodore war ein 64KByte Diskettenlaufwerk, 5,25″… und kein 64 GByte Flashdrive, wie heute ! Next to see you with a 128 GByte Flashdrive ! But not at the C64 ! Dies hatte gerade mal 174.848 Bytes Speichervolumen !

Darüber sollte man mal nachdenken.

Information auf einem Computer wird in einer 0 oder in einer 1 dargestellt, d.h. in Bits, binary digits.
Man könnte auch sagen: Lampe aus oder Lampe an.
Man kann das aber auch mit einer Flasche Wasser vergleichen: Flasche leer: o, Flasche voll: 1.

Sollte dies klar sein, dann kann man darüber nachdenken wie man diese Bits (8 Bits sind ein Byte) in einer Maschine (z.B. in einem Computer) darstellt.

Wir könnten uns denken, daß dies wie schon gesagt mit einer Lampe funktioniert:
0: Lampe aus, 1: Lampe an

Wie lange braucht eine Glühlampe um wieder angeschaltet zu sein ? Ich meine ca. 1 s !
Jetzt braucht man die Fakten über die Lichtgeschwindigkeit: 300.000km/s Richtig!
Die Lampe braucht also deutlich weniger Zeit wie ein Neustart unseres Kühlschranks. Hat aber mit einer Latenz-Zeit von ca. 1s eine Latenz-Entfernung von ca. 300.000km.
Bei der Latenz-Zeit handelt es sich um eine Angabe über die beanspruchte Zeit einer Datenübertragung zwischen mehreren Computer an einem Netzwerk, oder auch zwischen Speicherbausteinen. Die Latenz bzw. Netzwerklatenz wird in der Regel in Millisekunden (ms) oder Nanosekunden (ns) angegeben und ist ein direktes Maß für die Leistungsfähigkeit eines Computers, Netzwerks oder Speichers. Je größer der Betrag der Latenz desto größer ist die Verzögerung der übertragenen Daten.

Man könnte deshalb auch daran denken:
Wir füllen ein Fass mit 100 l Wasser. Zur Hälfte oder mehr gefüllt dann ist das eine digitale 1.
Haben wir weniger wie 50 l Wasser erreicht, dann ist das digital eine o.
Das einzige Problem dabei: “Wie lange brauchen wir das Fass mit Wasser zu füllen ?”
Das Fass ist wegen seiner großen Latenz-Zeit deshalb nicht geeignet Bits darzustellen.

Man muß das deshalb mit einer kleineren Einheit, z.B. einer Flasche Wasser vergleichen: Flasche leer: o, Flasche voll: 1.
Die alleinige Frage bleibt: Wie schnell wird die Flasche leer ?
Das eigentliche Problem entsteht aber, wenn wir nicht eine Flasche Wasser, sondern einen Kasten mit 24 oder 32 Flaschen benötigen. Wie lange braucht man um die zu “leeren” oder zu “füllen” ?

Wieviel Flaschen müssen wir “leeren” oder “füllen” um 1024 Bits darzustellen, wenn eine Flasche (leer oder voll) ein Bit darstellt ? Wie lange brauchen wir dafür ? Auch hier scheint die Latenz-Zeit einfach zu groß zu sein.

In einem modernen Computer beträgt die Latenz-Zeit ca. 0,4ns (Nanosekunden). Wie groß ist dann die Latenz-Entfernung ? Das ist jetzt Deine Aufgabe !
Findest Du eine Lösung, dann hast Du den C64 von Commodore und Jack Tramiel schon annähernd verstehen !
In jedem Falle sollte man erkennen können, daß Jack keine Lampen, keine Fässer und auch keine Flaschen in seinen Brotkasten reingebaut hat.

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