“0 POINTS” FOR HUMAN RIGHTS IN AZERBAIJAN

von cindyw

Meinungsfreiheit wird unterdrückt, Journalisten werden gefoltert und friedliche Demonstranten wie der Student Jabbar Savalan werden zum Militärdienst eingezogen.
Dieses Wochenende startet in Aserbaidschan der Eurovision Song Contest und genau dieses Land ist noch meilenweit von einer akzeptablen Demokratie entfernt.

Für das prunkvolle Gebäude, in dem der Wettkampf um den besten Beitrag Europas stattfindet, musste eine Wohnungssiedlung weichen.

In Aserbaidschan ist es normal, dass Wohnungen rechtswidrig abgerissen werden, um für Prestigebauten herzuhalten. Als einige Journalisten dies aufdecken wollten, wurden sie von Polizeibeamten (!) so schwer geschlagen, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Der ESC soll nun als Chance genutzt werden, um die Menschen auf die Situation in Aserbaidschan aufmerksam zu machen. Man soll nicht weiter wegschauen, es muss nun aktiv sich etwas bewegen.

Große Veranstaltungen wie Fußball-WMs oder in diesem Fall eben der ESC führen oftmals dazu, dass Journalisten die jeweiligen Austragungsländer ganz besonders unter die Lupe nehmen und des Öfteren Missstände aufdecken (siehe EM in der Ukraine und Olympische Spiele in Beijing). Natürlich erscheinen die neuen Erkenntnisse immer als grauenhaft, aber es ist wichtig, sich darüber zu informieren und darüber zu reden. Viele Menschen finden Aserbaidschan sicherlich nicht auf einer Weltkarte, es ist ein recht unbekanntes Land. Wir können froh sein, dass wir die Möglichkeit haben, etwas darüber zu erfahren und es ist klar, dass die Ergebnisse nicht immer erfreulich sind.

Natürlich wird der ESC nicht dafür sorgen, dass das Land nach dem Wettbewerb zu einem Vorzeigeland in Sachen Menschenrechte wird. Allerdings hat man immerhin die Missstände aufgedeckt, man hat viel über das Land und dessen Probleme nachgedacht und Aserbaidschans Ansehen in der Welt hat sich um 180° gedreht.

Deswegen denkt am Samstag nicht nur an die tolle Musik und bewundert die hübsche Arena in der das Fest stattfindet. Erinnert euch daran, dass viele Menschen ihre Wohnungen dafür räumen und einige mit ihrem Blut dafür bezahlen mussten.

Für weitere Informationen: amnesty.de 

Falls dich das persönliche Schicksal von Jabbar Savalan interessiert klicke hier

Was sagt das Auswärtige Amt zu der Situation in Aserbaidschan?

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