Nun also doch : Spanien – Aber wer kommt noch ?

von redaktion

Erleichterung über Spanien-Hilfen

Spaniens Absicht, Hilfszahlungen aus dem Euro-Rettungsfonds für seine angeschlagenen Banken zu beantragen, stößt international auf große Zustimmung.

Schwächere Banken mit frischem Kapital zu versorgen, decke sich mit den Empfehlungen des IWF, teilte dieser mit. Die G7-Staaten nannten die Entscheidung einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Währungsunion.

Auch US-Finanzminister Geithner begrüßte die Entscheidung. Die USA fürchten Auswirkungen der Euro-Krise auf die lahmende US-Wirtschaft.

Schäuble begrüßt Spaniens Schritt

Die Bundesregierung begrüßt die Entscheidung Spaniens, Hilfskredite beim EFSF zu beantragen.

Es sei “dringend notwendig”, dass Spaniens Banken mit genügend Kapital ausgestattet würden, sagte Finanzminister Schäuble in den Tagesthemen. Er betonte, nicht die Banken direkt erhielten das Geld, sondern Spanien. Wirtschaftsminister Rösler sagte, er erwarte, dass die Maßnahme das Vertrauen an den Finanzmärkten stabilisieren werde.

Auch Grünen-Fraktionschef Trittin nennte die Entscheidung Spaniens “richtig”.

Rajoy:Investitionen dank EU-Hilfe

Spaniens Regierungschef Rajoy erwartet, dass das Land dank der EU-Hilfen seine wirtschaftliche Glaubwürdigkeit zurückgewinnt. Sie seien Teil eines umfassenden Sanierungsplans. Ohne sie könnten die Banken keine Kredite vergeben – und ohne diese gebe es keine Investitionen.

Rajoy betonte aber zugleich, im laufenden Jahr werde sich die Wirtschaftslage trotz der Hilfen weiter verschlechtern.

Den formellen Hilfsantrag will Spanien stellen, sobald eine Kommission den genauen Finanzbedarf ermittelt hat. Bis zu 100 Mrd.Euro stehen zur Verfügung.

EU-Hilfen für Spanien

Als viertes Land nach Griechenland, Irland und Portugal will Spanien EU-Hilfen beantragen. Sie sollen dort aber nicht zur Lösung von Haushaltsproblemen verwendet werden, sondern zur Stützung von Banken. Mehr Eigenkapital soll deren Zusammenbruch und drohende Folgen für die Gesamtwirtschaft verhindern.

Hintergrund ist die Immobilienkrise: Viele Spanier hatten sich mit Hilfe günstiger Kredite Wohnungen gekauft. Diese haben stark an Wert verloren – und ob die Besitzer die Kredite zurückzahlen können, ist angesichts der hohen Arbeitslosigkeit ungewiss. Obwohl das Geld letztlich an die Banken fließt, muss die spanische Regierung die Hilfe beim Euro-Rettungsschirm beantragen. Denn direkte Hilfen für die Banken sind weder beim derzeitigen Rettungsfonds EFSF noch beim künftigen ESM vorgesehen. Über welchen der beiden Spanien Hilfen erhält, ist noch offen – ebenso wie die genaue Höhe der Hilfen.

Im Gegenzug muss Spanien bestimmte Auflagen erfüllen. Im Kern wird es darauf hinauslaufen, dass das Land seinen Bankensektor reformieren muss. Das könnte auch die Schließung einzelner Institute bedeuten.

[ Handelsblatt: Bei Spanien müssen wir höllisch aufpassen … ]

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