Das Wort zum Schluss …

von Max

Der Freitag war ein Dreizehnter, als die Klasse 2c des Kaufmännischen Berufkollegs ihre Abschlusszeugnisse empfing. Entgegengesetzt des etwas negativen Images eines solchen 13. Freitags konnten die meisten Schülerinnen und Schüler doch mehr oder weniger den Erfolg verbuchen, auf welchen sie hin gearbeitet hatten.

Was hat sich für uns nun geändert?

Wir haben den zweithöchsten Schulabschluss in der Tasche, und das in einem Land mit derart stark ausgeprägter Wirtschaft, dass es aktuell halb Europa vor der Pleite schützt – das will doch etwas heißen! Hierbei handelt es sich schließlich um kein vom Sohn eines Parteifunktionärs erworbenes, im Rest der Welt nicht anerkanntes nordkoreanisches Ingenieursstudium, sondern um einen Abschluss, mit dem so manch einer schon seine Zukunft im Ausland plant.

Auf alle Fälle darf man nüchtern feststellen, dass wir nun mit allergrößter Sicherheit dem Job bei Lidl an der Kasse entronnen sind und der eine oder andere von uns sich vielleicht sogar in einer Führungsposition finden wird – OK, vielleicht landet auch jemand von uns im Knast, aber das hat dann echt nichts mit dem Abschluss zu tun.

Dabei hatten wir, mit unseren altbackenen, originalen Realschul-Abschlüssen noch eine recht gute Prognose. Nach Einführung der Gesamtschulen wird die Kombination aus Real- und Hauptschulabschluss, welcher weder Fisch noch Fleisch ist, eher auf Kosten der künftigen eigentlich-Realschüler gehen – so die Meinung vieler Experten. Anderer Meinung sind natürlich mal wieder die Politiker, wie zum Beispiel Frau “Es war gerade keine Gesamtschule in der Nähe”-Ypsilanti, welche bei der Einführung des neuen Schulsystems zwar tatkräftig mitgeholfen hat, ihr eigenes Kind aber auf eine teure Privatschule schickt.

Doch kommen wir zurück zu unserer FH-Reife. Die zweijährige Mühe hat sich gelohnt und wird sich im wahrsten Sinne des Wortes noch durchaus bezahlt machen. Im Laufe der Zeit, so muss ich persönlich anmerken, hat sich bei mir und einigen meiner Klassenkameraden eine tiefe Abneigung gegen das Lernen an sich bemerkbar gemacht, und das gerade kurz vor Schluss. Vielleicht liegt das an dem übermäßigen Leistungsdruck, welchen wir uns mit fortschreitendem Ende des Jahres selbst aufgebaut haben, um dann letztlich vor ihm zu kapitulieren und uns resigniert dem Lauf der Dinge zu fügen.

Dennoch muss ich gestehen, dass es mir für jemanden, der des Lernens müde ist, doch schwer fiel, sich mit dem Gedanken abzufinden, den IB endgültig zu verlassen. Vielleicht ist das einfach nur der Instinkt, wie er auch in jedem Tier steckt, wenn es seine gewohnte Umgebung verlässt und ins Ungewisse schreitet. Was bleibt, sind gute Erinnerungen an eine manchmal harte, aber schöne Zeit, womit ich den Artikel mit einem “Dankeschön und weiterhin viel Erfolg” an alle Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler des IB Stuttgart abschließe.

Schreibe einen Kommentar